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Aufnahmestopp in der Psychotherapiepraxis richtig kommunizieren

Kommunizieren Sie einen Aufnahmestopp mit drei eindeutigen Angaben: welches Angebot betroffen ist, welchen Status die Warteliste hat und wo Änderungen veröffentlicht werden. Website, Telefonansage, E-Mail und Praxiseintrag sollten denselben Stand wiedergeben. Die folgenden Textvorlagen helfen, das ohne ungesicherte Wartezeitversprechen umzusetzen.

Stimmen Website, Telefonansage und E-Mail-Antwort nicht überein, entstehen trotz Aufnahmestopp neue Rückfragen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie den Status über Ihre Kommunikationswege hinweg klar und respektvoll darstellen können.

Zuerst festlegen: Wofür gilt der Aufnahmestopp?

Definieren Sie den betroffenen Standort und das konkrete Angebot. „Keine neuen Therapieplätze“ ist präziser als „Die Praxis nimmt niemanden mehr auf“, wenn weiterhin psychotherapeutische Sprechstunden stattfinden.

Ein organisatorischer Status sollte nicht über gesetzliche oder berufsrechtliche Aufgaben hinweggehen. Vertragspsychotherapeutische Vorgaben zur Sprechstunde und Erreichbarkeit sind unabhängig von der Formulierung Ihres Websitehinweises zu beachten. [Q04, Q06]

Neue Anfragen und laufende Behandlung unterscheiden

Ein Aufnahmestopp betrifft nicht automatisch Menschen, die bereits bei Ihnen in Behandlung sind. Geben Sie diesen einen verständlichen Kontaktweg für vereinbarte Anliegen. Ein allgemeiner Hinweis auf „keine Kapazität“ sollte nicht als Abbruch bestehender Betreuung wirken.

Zeitliche Grenzen ehrlich kommunizieren

Ist die Dauer nicht absehbar, schreiben Sie das. Eine ungesicherte Wiederaufnahme „ab nächstem Monat“ kann Erwartungen schaffen, die Ihre Praxis später nicht erfüllen kann.

Wie bleiben Website, Telefon und E-Mail auf demselben Stand?

Legen Sie intern eine verbindliche aktuelle Information fest. Daraus werden die Texte für Website, E-Mail und Telefon abgeleitet. Verantwortlich sollte eine klar benannte Person sein; in einer Einzelpraxis kann das eine feste eigene Routine sein.

Ein Datum wie „Stand: [Datum]“ hilft, ältere Auskünfte einzuordnen. Es ersetzt aber keine tatsächliche Aktualisierung. Prüfen Sie außerdem externe Profile, soweit Sie diese selbst verwalten.

Wie bleiben Website, Telefon und E-Mail auf demselben Stand?
KanalZu kontrollierende Angabe
PraxiswebsiteBetroffene Behandlung, Wartelistenstatus, Datum und Sprechstundenkontakt
TelefonansageGleicher Status und aktuelle persönliche Telefonzeiten
Automatische E-MailPassende Zielgruppe, aktueller Stand und Abgrenzung zu laufender Behandlung
PraxiseintragKeine veralteten Freiplatz- oder Wartezeitangaben
Interne VorlageVerantwortliche Person, freigegebene Fassung und Anlass der nächsten Prüfung

Nutzen Sie diese Matrix bei jeder Änderung. Ein neu veröffentlichter Status sollte nicht nur auf der Website stehen, während der Autoresponder weiterhin die frühere Situation beschreibt.

Vorlage für die Praxiswebsite

Aktuelle Aufnahmeinformation - Stand [Datum]

Unsere Kapazitäten für eine fortlaufende psychotherapeutische Behandlung sind derzeit ausgeschöpft. Wir können aktuell keine neuen Patient:innen für dieses Angebot aufnehmen. Unsere Warteliste ist [geschlossen / nicht vorhanden]. Einen Zeitpunkt für neue Therapieplätze können wir derzeit nicht verlässlich nennen.

Psychotherapeutische Sprechstunden: [tatsächliches Angebot und Kontaktweg ergänzen].

Änderungen veröffentlichen wir auf dieser Seite. Bitte setzen Sie Ihre Therapieplatzsuche unabhängig davon fort. Unterstützung können Sie bei Ihrer Krankenkasse und dem Terminservice der 116117 erfragen.

Veröffentlichen Sie keine leeren Alternativen aus der Vorlage. Der fertige Text muss eindeutig wiedergeben, ob eine Warteliste besteht und welche Sprechstunden tatsächlich angeboten werden.

Vorlage für eine kurze Telefonansage

Eine kurze Ansage nennt die aktuelle Kapazität und den nächsten Kontaktweg. Das folgende Beispiel zeigt, welche Angaben Sie dafür benötigen.

Sie haben die Praxis [Name] erreicht. Für neue fortlaufende Psychotherapien haben wir derzeit keine freien Kapazitäten. Unsere Warteliste ist [Status]. Informationen zu psychotherapeutischen Sprechstunden und unseren persönlichen Telefonzeiten finden Sie unter [Informationsweg] beziehungsweise erhalten Sie zu [tatsächlichen Zeiten].

Für vereinbarte Anliegen aus laufenden Behandlungen nutzen Sie bitte [Kontaktweg]. Dieser Anschluss ist kein Notfalldienst. Bei unmittelbarer Gefahr oder einem lebensbedrohlichen Notfall wählen Sie 112.

Halten Sie die Ansage kurz genug, dass die wesentlichen Informationen verständlich bleiben. Die Notrufinformation bezieht sich auf Notfälle; sie ersetzt keine angemessene Organisation des Praxisanschlusses. [Q30]

Persönliche Erreichbarkeit nicht durch die Ansage ersetzen

Die KBV erläutert Vorgaben zur persönlichen telefonischen Erreichbarkeit von Vertragspsychotherapeut:innen. Ein Anrufbeantworter oder Autoresponder ist daher nicht gleichbedeutend mit der Erfüllung sämtlicher Erreichbarkeitspflichten. [Q06]

Vorlage für eine automatische E-Mail-Antwort

Vielen Dank für Ihre Nachricht an die Praxis [Name]. Dies ist eine automatische Rückmeldung zu unserer aktuellen Kapazitätssituation.

Für neue fortlaufende Psychotherapien können wir derzeit keine Plätze anbieten. Unsere Warteliste ist [Status]. Diese Nachricht enthält keine individuelle fachliche Einschätzung Ihres Behandlungsbedarfs.

Informationen zu [tatsächlich vorhandenem Sprechstundenangebot beziehungsweise geeignetem Kontaktweg] finden Sie unter [Angabe]. Für vereinbarte Anliegen aus laufenden Behandlungen nutzen Sie bitte [Kontaktweg].

Bitte beachten Sie: Dieser Nachrichtenkanal ist keine Notfallversorgung.

Die automatische Antwort sollte nur für passende Anfragen eingesetzt werden. Fachliche Mitteilungen und Nachrichten aus laufenden Behandlungen brauchen einen eigenen Bearbeitungsweg. Weitere ausführliche Absagevorlagen enthält Absage für einen Therapieplatz: 3 Vorlagen für Kassenpraxen.

Welche Formulierungen sollten Sie vermeiden?

„Weitere Nachfragen sind zwecklos“

Der Satz kann abweisend wirken und beantwortet nicht, welche Informationen künftig verfügbar sein werden. Sachlicher ist: „Änderungen unserer Kapazität veröffentlichen wir unter [Ort]. Einen Termin für eine Wiederaufnahme können wir derzeit nicht nennen.“

„Alle anderen Praxen sind ebenfalls voll“

Eine Praxis kann ihre eigene Kapazität beschreiben, aber nicht ohne gesicherte Grundlage die gesamte regionale Versorgung. Verweisen Sie stattdessen auf geeignete Such- und Unterstützungswege.

„Gehen Sie einfach privat, die Kasse muss zahlen“

Das wäre eine unzulässige Verkürzung des Einzelfalls. Kostenerstattung hat Voraussetzungen und sollte mit der Krankenkasse geklärt werden. Ein aktueller Aufnahmestopp Ihrer Praxis allein garantiert keine Übernahme. [Q01]

Eine sachliche Erläuterung finden Patient:innen in Kostenerstattung für Psychotherapie: Voraussetzungen, Ablauf und Antrag. Hinweise für Ihre Praxis enthält Dürfen Kassenpraxen auf das Kostenerstattungsverfahren hinweisen?.

Wie kommunizieren Sie eine Wiederöffnung?

Aktualisieren Sie die betroffenen Kanäle möglichst gleichzeitig. Benennen Sie, welche Leistung wieder angefragt werden kann und wie die Kontaktaufnahme erfolgt. „Wieder geöffnet“ ist unklar, wenn tatsächlich nur einzelne Sprechstunden oder ein eng begrenztes Angebot verfügbar sind.

Klären Sie intern, wie Sie mit neuen Anfragen umgehen, sobald die angebotenen Kapazitäten vergeben sind. Die Wartelistenorganisation beschreibt Volle Warteliste in der Psychotherapiepraxis: Wie mit neuen Anfragen umgehen?.

Mit Psykost konsistente Kapazitätsangaben unterstützen

Psykost hilft Ihnen, Kapazitäten und Aufnahmestopps strukturiert darzustellen und wiederkehrende Anfragen mit passenden Textbausteinen zu beantworten. Entscheidend bleibt, dass veröffentlichte Angaben zu Ihrem tatsächlichen Angebot und den übrigen Praxiskanälen passen.

Aufnahmestopps klar kommunizieren: Psykost für Kassenpraxen

Quellen

  1. Q01: § 13 SGB V - Kostenerstattung

    Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz

  2. Q04: Psychotherapie-Richtlinie, in Kraft seit 17.06.2026

    Gemeinsamer Bundesausschuss

  3. Q06: Psychotherapie - Informationen für Praxen

    Kassenärztliche Bundesvereinigung

  4. Q30: Nummern für den Notfall

    gesund.bund.de / Bundesministerium für Gesundheit

Diese Plattform ist kein Notfalldienst. In akuten Krisen wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, in lebensbedrohlichen Fällen an den Notruf 112 oder an die Telefonseelsorge unter 0800 1110111. Wir bieten keine Rechtsberatung und vertreten Sie nicht gegenüber Ihrer Krankenkasse. Über die Kostenerstattung entscheidet die Krankenkasse im Einzelfall. Eine Kostenübernahme können wir daher nicht garantieren. Die Praxissuche ist kein vollständiges Verzeichnis aller Praxen in Ihrer Region.

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